Thalea Storm’s Blogger Adventskalender Tür 2

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Huhu und willkommen beim zweiten Türchen von Thalea Storm’s Blogger Adventskalender.

Wir sind ein Teil eines etwas anderem Autorenkalender. Sonst ist es üblich, dass jeden Tag verschiedene Autoren vorgestellt oder eines ihrer Werke verlost wird, bei uns gibt es nur eine Autorin um die es sich jeden Tag dreht: Unsere Thalea Storm!
Wir wollen euch mit ihr zusammen jeden Tag abwechslungsreiche Beiträge präsentieren, in der sie eine zentrale Rolle spielt: Manchmal sind es informative Fakten über sie; Kurzgeschichten welche sie extra für uns und euch verfasst hat; Themenunterhaltungen oder auch einfach ganz private Einblicke in ihr Leben.
Meistens wird es sehr freudig zu gehen, manchmal etwas tiefsinnig werden und manchmal wird es vielleicht sogar unser Herz berühren oder uns sogar traurig stimmen.
Gestern gab es bei Franzis Lesewelt das erste Türchen zu erleben in dem sich alles um Thaleas Heimat drehte, wenn ihr den nicht gesehen habt dann schaut schnell mal bei ihr vorbei.

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Weihnachten das Fest der Liebe, Heiterkeit und Freude!? Oder etwa doch nicht? Nicht alle Menschen sehen das so. Einige unter uns haben ihre Gründe, warum sie Weihnachten und das ganze Drumherum eher als unschön und belästigend empfinden.
Eine Gruppe Menschen die ich gerne als „Weihnachtsgrinch’s“ bezeichne, die wir euch aber gerne auch mal näher bringen möchte.

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Es gibt verschiedene Situationen, die dazugeführt haben könnten, wieso man Weihnachten lieber aus dem Kalender streichen will. Wir haben die letzten Tage und Wochen damit verbracht, uns umzuhören, welche Erfahrungen und Erlebnisse dazu geführt haben, dass Menschen Weihnachten hassen. Diese haben wir uns notiert und einige (alle Erfahrungen und Beispiele hätten den Rahmen gesprengt) haben wir als Beispiele für Thalea verwendet.
Wir hatten uns für den Adventskalender überlegt, dass wir Thalea, die ursprünglich wie ihr vielleicht wisst aus dem sozialpädagogischen Bereich kommt, diese Situationen schildern und sie uns ganz spontan antworten muss, was ihre Gedanken dazu sind. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es Gefühle, Therapieideen, Ratschläge, oder was auch immer durch ihren süßen Kopf spukt, sind. Wichtig ist nur dass sie uns an ihren Gedankengänge teilhaben lässt.
Nariel und ich sind schon mächtig gespannt was Thalea zu den nächsten Situationen und Gründen für Weihnachtsunmut zu sagen hat, und wir denke es wird auch für euch alle spannend sein, diesen etwas anderen Beitrag zu Weihnachten mitverfolgen zu können.

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Stellen wir uns folgende Situationen vor:

Stefania steckt voll in ihren Weihnachtsvorbereitungen: Die Vorbereitungen fürs Plätzchen backen sind erledigt, die Fenster und Ablagen dekoriert. Als sie gerade nach

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draußen gehen will um ihren Garten im Licht erhellen zu lassen, meldet sich das Telefon zu Wort und sie hüpft gutgelaunt an den Hörer und nimmt ihn ab.
Kaum meldet sich die Stimme am anderen Ende, gefriert ihr das Blut in den Adern. Das Krankenhaus erklärte ihr mit traurigem und mitleidigem Ton, dass ihr Opa soeben wegen eines Schlaganfalls eingeliefert wurde und auf der Intensivstation liegt. Weihnachten rückt daher weit in die Ferne.

Thalea:

Diese Situation kann ich gut nachvollziehen. Im letzten Jahr sind meine beiden Opas plötzlich verstorben, einer in der Vorweihnachtszeit. Gerade weil es ein Familienfest ist, wird es für Stefania jetzt erst einmal an Stellenwert verlieren, denke ich. Sie hat ja ganz andere Sorgen und Gedanken und Weihnachten in einem Krankenhaus zu feiern, ist ja doch nicht so wie zu Hause. Andererseits wird ihr der Schicksalsschlag auch bewusstmachen, wie kurz das Leben ist und eventuell sorgt das sogar dafür, dass sie Weihnachten mit ihrem Opa noch einmal richtig genießt und schätzt und die Gleichgültigkeit des Alltags (die wir alle immer wieder in uns tragen) endlich ablegt. Egal in welcher Umgebung und Atmosphäre. So oder so – es wird sich etwas in ihr verändern und die Leichtigkeit des Festes verfliegt vorerst.

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Weihnachten, Güte, Liebe, Geschenke und ein fröhliches Beisammensein. Davon konnte Caitlyn nur träumen als sie ein Kind war. Bei ihr sahen die Weihnachtstage genauso trist, wenn nicht noch schlimmer aus, wie alle anderen Tage im Jahr. Geschenke gab es nie,

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dafür war einfach kein Geld übrig. Güte und Liebe kannte sie nur aus Berichten und Büchern, denn ihre Eltern waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und es verging kein Tag, an dem ihr nicht klar gemacht wurde, dass sie kein Wunschkind, sondern einfach nur ein Klotz am Bein war.
Ihr Vater war arbeitslos, frustriert und ertrug das alles nur mit viel fernsehen, einem Bier auf dem Tisch und reichlich Zigaretten.
Ihre Mutter arbeitet zwar als Reinigungskraft in einer Reinigungsfirma, verdiente dort aber gerade so viel, dass es für das tägliche Brot reichte. Abends war sie immer müde und kaputt und gerade zur Weihnachtszeit gab es immer reichlich zu tun, da viele Weihnachtsfeiern stattfanden, welche dann chaotische und verdreckte Räume und Toiletten hinterließen.
Weihnachtsfeiertage verbrachte Caitlyn meist allein auf ihrem Zimmer während ihre Eltern sich lautstark stritten und sich gegenseitig die Schuld an dieser Notlage zuschoben.

Thalea:

Meiner Meinung nach unterschätzen die Menschen, welchen Einfluss die Erziehung und das gesamte Umfeld von Kindern auf ihr späteres Leben haben. Aus der Beschreibung heraus klingt es so, als leide Caitlyn definitiv unter einer (reaktiven) Bindungsstörung. Kein Kind kann sich so normal und gesund entwickelt. Es benötigt Zuspruch, Lob, Bestätigung, Liebe, Fürsorge und Geborgenheit. Scheinbar hat sie ihre Eltern nicht als Rückzugsort und Schutz empfinden können. Das wird sie für ihr weiteres Leben prägen. Je nachdem, wie stark ausgeprägt die Folgen bei Caitlyn sind, würde ich ihr immer zu einer Therapie raten, um die Kindheit zu verarbeiten und sich selbst als vollwertigen Menschen wahrzunehmen. Denn das ist meistens das Problem bei emotionaler Vernachlässigung: Ein Kind wächst mit dem Gedanken (oder hier sogar Wissen) auf, dass es nicht gewollt ist. Wie soll man da jemals ein vernünftiges Selbstbild entwickeln?
Ich kenne solche Fälle aus meiner beruflichen Tätigkeit als Sozialpädagogin sehr gut und weiß, wie stark Betroffene auch als Erwachsene noch darunter leiden. Das ist ein Teufelskreislauf.
Mein Rat an Caitlyn wäre außerdem die Distanzierung von dem, was ihr nicht guttut. Und wenn das ihre Eltern sind, dann ist es eben so. Caitlyn muss lernen, dass sie alleine zurechtkommt und dass sie wertvoll ist und ihr Leben schätzen kann. In solch einem negativen Umfeld wird das nicht passieren.
Der Kontaktabbruch eines erwachsenen Kindes den Eltern gegenüber wird immer noch als Tabuthema angesehen. Aber es gibt Situationen im Leben, da wird es Zeit, dass man an sich selbst und seine eigene (physische und psychische) Gesundheit denkt.

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So ein Schneegestöber und Regen können gerade im Winter zu einer gefährlichen Falle werden, das wissen alle Autofahrer, auch Marina. Sie kennt die Tücken und deren Folgen, vielleicht sogar besser als andere in ihrem Umfeld, denn genau so ein Wintertag

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hat ihr ganzes Leben verändert. Es war kurz vor Weihnachten als ihre beste Freundin damals noch einmal schnell los wollte um noch zwei drei Kleinigkeiten für das große Weihnachtsessen zu besorgen, leider kehrte sie nie wieder zurück. Es begann an dem Abend zu regnen und durch die Minusgrade wurde die Straße zu einer tückischen Rutschbahn. Ein Bus kam ihr entgegen und überfuhr die Mittelline, ihre Seelenschwester versuchte auszuweichen, aber verlor durch eine ruckartige Bewegung des Lenkers selbst die Kontrolle über ihren Wagen und rauschte mit voller Geschwindigkeit in einen der Bäume, die am Seitenrand standen.

Thalea:

Das ist einfach nur schrecklich. Wenn man dieses Fest mit solch einem Schicksal verbindet, wird es nie mehr schön, leicht und angenehm sein. Todestage geliebter Mensch sind so schon ein harter Brocken, weil sie immer für Erinnerungen und neuen Schmerz sorgen. Aber dann auch noch an Weihnachten? Dem kann man ja nicht mal ausweichen. Ich meine, selbst wenn man versuchen würde die Erinnerungen zu umgehen, verbindet man das in solch einer Zeit doch immer mit dem Weihnachtsfest – dem Fest der Familie, der Freunde und der Liebe – und das sieht und hört man überall: Fernsehen, Supermärkte, Weihnachtsmärkte, Radio…

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Weihnachtsmusik wo immer man hingeht, überall bunte Lichterketten die einem in gute Laune versetzen sollen und vor allem dieses Dauergrinsen und diese Nächstenliebe die jedem aus dem Gesicht springt. Tamara ist von all dem einfach nur genervt. Arbeitskollegen, welche sie das ganze Jahr keines Blickes würdigen, kommen auf sie zu

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und heucheln ihr Interesse vor mit Fragen wie: Feierst du auch Weihnachten mit deiner Familie? Was gibt es denn bei dir zum Weihnachtsessen? Hast du auch schon überall deine Dekoration angebracht? Wie schaut es denn bei dir in der Weihnachtsbäckerei aus? Hast du auch schon alle Geschenke besorgt?
Fragen über die sie sich freuen sollte, dass man sie überhaupt sieht, aber ihr einfach nur das Gefühl vermitteln, dass sie scheinheilig und zu einer Art Selbstbestätigung dienen sollen. Immer wieder sieht sie sich in einer Position in der sie sich beweisen soll oder in der es irgendetwas zu übertrumpfen gibt. All diese Heucheleien, Scheinheiligkeiten und dieser ewige Konkurrenzkampf wer es „besser“ macht. Sogar innerhalb der Familie war dies ewig ein Thema, unterm Jahr redet man kaum ein Wort miteinander aber an Weihnachten war es Pflicht gemeinsam am Tisch zu sitzen und Honigkuchengesicht zu machen, und wehe man machte es nicht, dann war das Drama immer groß und man stand schnell im Kreuzfeuer der Familienrunde.

Thalea:

Dieses Beispiel von Tamara kann ich sehr gut nachvollziehen, denn es ist etwas, was auch mich persönlich an Weihnachten ziemlich nervt. Einerseits ist es diese gespielte Aufmerksamkeit von Menschen, die einen sonst nicht anschauen. Andererseits ist es auch innerhalb der Familie diese scheinbar „heile Welt“, die es das restliche Jahr über nicht gibt. Ich frage mich dann, ob das überhaupt noch dem Sinn von Weihnachten entspricht. Wir feiern es nun mal als Familienfest und Fest der Liebe, aber wenn das nicht ehrlich gemeint ist – warum tun wir es dann? Da kann ich gut verstehen, dass man das schnell als „falsch und unangenehm“ empfindet. Ebenso diese „gespielte“ Nächstenliebe. Es gibt das ganze Jahr über hilfsbedürftige, kranke, alte, einsame, traurige Menschen, die unsere Hilfe benötigen. Die meisten von uns schauen doch einfach darüber hinweg. Warum soll man sich auch mit solchen „unangenehmen“ Dingen beschäftigen, wenn man es selbst doch einfach und schön haben kann?
Aber an Weihnachten spielen wir plötzlich den großen Samariter?
Nein, das ist mir persönlich auch absolut zuwider und verdirbt mir das ganze Fest.

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Wie soll man denn bitte in Weihnachtsfreude geraten, wenn man genau weiß, dass man die liebsten Menschen nicht um sich haben kann, obwohl sie da sein könnten? Diese Frage stellt sich dieses Jahr auch die taffe Alexandra. Ihre Eltern reisen gerade beruflich um den Globus, da sie beide als Journalisten tätig sind und ihr Verlobter ist bei der

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Bundeswehr und derzeit an der Front stationiert. Die Aussichten die beschaulichen Feiertage also im Schoß ihrer Liebsten zu verbringen sehen nicht besonders rosig aus, zumal vor allem ihre große Liebe schon durchschimmern lies, dass eine Heimkehr für die Feiertage nicht eingeplant sind in seinem Trupp. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn sie sich sicher sein könnte, dass die wichtigsten Menschen in ihrem Leben wenigstens alle heil wieder ankommen würden, aber genau das ist eben nicht gegeben. Beide Berufe bringen so viel Gefahren mit sich, dass sie einfach keine ruhige Minute mehr hat.

Thalea:

Verständlich, dass Alexandra sich sorgt. Für jemanden, der wirklich gerne Weihnachten feiert und das am liebsten im Kreise der Familie, ist die Einsamkeit sicher sehr hart. Um dem Abhilfe zu schaffen und um ausreichend Ablenkung zu haben, würde ich Alexandra empfehlen, entweder bei einer richtig guten Freundin zu fragen, ob sie an einem Tag der Feiertage dabei sein darf. Oder eine andere Möglichkeit wäre, sich nach Veranstaltungen umzuhören, die extra auf Menschen ausgelegt sind, die Weihnachten alleine verbringen müssten. Und da gibt es einige.
Oder aber – und das finde ich am schönsten – Alexandra erkundigt sich, ob sie irgendwo ehrenamtlich aushelfen könnte: Bei Obdachlosen, Suchtkranken, psychisch Erkrankten. Oft finden auch für diese Menschen Veranstaltungen statt, bei denen immer eine zusätzliche Hand gebraucht werden kann. Und wie kann Weihnachten schöner sein, als wenn man jemandem ein ehrliches Lächeln ins Gesicht zaubert?

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Manche werden sich nun Fragen, warum das Ganze? Uns persönlich liegt es einfach am Herzen, dass wir in all unserer Vorfreude auf Weihnachten trotzdem nicht vergessen, dass jeder Mensch andere Bedürfnisse hat. Die Weihnachtszeit ist immer und überall spürbar, aber trotzdem sollten wir nicht verdrängen, dass es auch Menschen gibt, welche in dieser Zeit mehr durchleben als nur den üblichen Weihnachtsstress, wie: Geschenke aussuchen, Shoppen, Gebäck backen oder sonstiges. Ihre Gedanken und Emotionen sind teilweise einfach mit, für sie, wichtigeren Dingen beschäftigt. Und wir sollten etwas Rücksicht nehmen, dass unsere Überredungskünste Weihnachten feiern zu müssen, auch durchaus andere erdrücken könnten. Vor allem, wenn unser Gegenüber nicht die selbe Bindung zur Weihnachtszeit hat, wie wir selbst. Es könnte schnell passieren, dass wir unbeabsichtig traurige Erinnerungen hervorrufen, Salz in Wunden streuen, oder im schlimmsten Fall jemanden dazu bringen, sich von uns zu entfernen.

Wir hoffen, wir konnte mit unserem Adventsbeitrag etwas zum Nachdenken anregen, denn letzten Endes sollte jeder Mensch allein bestimmen können, wie er diese christliche Zeit verbringen will. Nächstenliebe zeigt sich vor allem im Verständnis dafür, Andere und deren Meinungen zu akzeptieren und zu respektieren.

Ganz liebe Grüße und eine für euch stressfreie Weihnachtszeit
wünschen euch :

Nariel und Michelle vom Team Naraliya

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